Blog — 15. März 2026

DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung 2026 — Was Caterer wissen müssen

Ein Praxisleitfaden für Caterer: Was die DGE fordert, wie Sie die Standards umsetzen und welche Rolle Software dabei spielt.

Was ist die DGE und warum sind ihre Standards relevant?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist die zentrale Fachgesellschaft für Ernährungswissenschaft in Deutschland. Seit 2007 veröffentlicht sie die "Qualitätsstandards für die Verpflegung in Schulen" — ein Regelwerk, das definiert, was ein gesundes Schulessen ausmacht.

Was als freiwillige Empfehlung begann, ist heute in der Praxis fast so verbindlich wie ein Gesetz. Immer mehr Kommunen, Landkreise und Bundesländer schreiben die Einhaltung der DGE-Standards in ihren Ausschreibungen für Schulverpflegung vor. Für Caterer bedeutet das: Wer die DGE-Anforderungen nicht kennt und nicht umsetzt, verliert Aufträge.

Die Standards werden regelmäßig aktualisiert und an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Die aktuelle Fassung legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, pflanzenbasierte Ernährung und die Reduktion von Zucker, Salz und Fett. Für Caterer, die Schulen beliefern, ist es daher unverzichtbar, sich mit den Anforderungen im Detail auseinanderzusetzen.

Die wichtigsten DGE-Anforderungen im Überblick

Die DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung definieren konkrete Vorgaben für die Zusammensetzung des Speiseplans. Hier sind die zentralen Anforderungen, die jeder Caterer kennen muss:

Täglich Gemüse und Obst

Jede Mittagsmahlzeit muss eine Portion Gemüse oder Salat enthalten. Zusätzlich soll täglich Obst als Dessert oder Zwischenmahlzeit angeboten werden. Die DGE empfiehlt, saisonale und regionale Sorten zu bevorzugen — das verbessert nicht nur die Qualität, sondern auch die Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern.

Maximal zwei Fleischgerichte pro Woche

Ein Punkt, der viele Caterer zum Umdenken zwingt: Fleisch darf höchstens zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Dabei sollen fettarme Varianten bevorzugt werden. Verarbeitetes Fleisch wie Würstchen oder Frikadellen soll die Ausnahme sein, nicht die Regel.

Einmal Fisch pro Woche

Mindestens einmal wöchentlich soll Seefisch auf dem Speiseplan stehen, davon idealerweise regelmäßig fettreicher Fisch wie Lachs oder Makrele (Omega-3-Fettsäuren). Die DGE empfiehlt dabei Fisch aus nachhaltiger Fischerei (MSC-Siegel).

Vollkornprodukte bevorzugen

Brot, Brötchen, Nudeln und Reis sollen bevorzugt in der Vollkornvariante angeboten werden. Das bedeutet nicht, dass jedes Gericht Vollkorn enthalten muss — aber mindestens 50 % der Getreideprodukte sollten Vollkorn sein.

Rapsöl als Standard-Speisefett

Rapsöl wird aufgrund seines günstigen Fettsäureprofils als Standard empfohlen. Butter und andere tierische Fette sollen sparsam eingesetzt werden. Olivenöl ist ebenfalls akzeptabel, Rapsöl bleibt jedoch die erste Wahl.

Trinkwasser frei verfügbar

An jeder Schule soll Trinkwasser kostenlos und jederzeit zugänglich sein. Gesüßte Getränke und Säfte sollen nicht zum Standard-Angebot gehören. Dieser Punkt betrifft zwar primär die Schule, aber Caterer sollten ihn in ihrem Konzept berücksichtigen.

Saisonale und regionale Lebensmittel

Die DGE legt zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit. Saisonale Produkte sollen bevorzugt werden, regionale Lieferketten sind erwünscht. Das bedeutet: Erdbeeren im Januar sind ein No-Go, Kürbis im Herbst ist genau richtig.

DGE-Zertifizierung: Was steckt dahinter?

Neben den allgemeinen Qualitätsstandards bietet die DGE auch eine formale Zertifizierung an. Diese bestätigt, dass ein Caterer oder eine Einrichtung die Standards nachweislich einhält.

Drei Stufen: Bronze, Silber, Gold

Die DGE-Zertifizierung ist in drei Stufen aufgebaut. Die Bronze-Stufe bescheinigt die Einhaltung der grundlegenden Qualitätsstandards — Speiseplangestaltung, Lebensmittelauswahl und Nährstoffversorgung. Für die Silber-Stufe kommen Anforderungen an die Verpflegungsumgebung und Kommunikation hinzu. Die Gold-Stufe verlangt darüber hinaus ein umfassendes Qualitätsmanagement und kontinuierliche Verbesserungsprozesse.

Audit-Prozess, Kosten und Gültigkeit

Der Weg zur Zertifizierung führt über einen schriftlichen Antrag, die Einreichung von Unterlagen (Speisepläne, Rezepturen, Einkaufslisten) und ein Audit vor Ort. Die Kosten liegen je nach Betriebsgröße zwischen 500 und 2.500 Euro. Eine Zertifizierung gilt in der Regel drei Jahre, danach ist eine Rezertifizierung nötig.

Kommunen fordern die Zertifizierung

Der Trend ist eindeutig: Immer mehr Schulträger nehmen die DGE-Zertifizierung oder zumindest die nachweisliche Einhaltung der DGE-Standards als Zuschlagskriterium in ihre Ausschreibungen auf. In einigen Bundesländern — etwa Berlin, Hamburg und Thüringen — ist die Orientierung an den DGE-Standards bereits gesetzlich verankert.

DGE und Ausschreibungen: Warum es ein Wettbewerbsvorteil ist

Schulverpflegung wird in Deutschland überwiegend über öffentliche Ausschreibungen vergeben. Der günstigste Preis ist längst nicht mehr das einzige Kriterium — Qualität spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Und Qualität wird häufig über die DGE-Standards definiert.

Caterer, die eine DGE-Zertifizierung vorweisen können, haben in Ausschreibungsverfahren einen klaren Vorteil. Sie können belegen, dass ihre Speisepläne den aktuellen ernährungswissenschaftlichen Empfehlungen entsprechen, sie systematisch dokumentieren und regelmäßig überprüft werden.

Umgekehrt bedeutet das: Caterer ohne Zertifizierung werden es zunehmend schwer haben, in diesem Markt zu bestehen. Die Investition in eine Zertifizierung ist daher keine Kür, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Wie Software bei der DGE-Umsetzung hilft

Die DGE-Standards zu kennen ist das eine — sie im Tagesgeschäft konsequent umzusetzen, das andere. Hier kommt Software ins Spiel, die Caterer bei der Einhaltung der Vorgaben unterstützt.

Automatische Nährwertberechnung

Moderne Catering-Software berechnet die Nährwerte jeder Mahlzeit automatisch auf Basis der hinterlegten Rezepturen. So sehen Caterer auf einen Blick, ob ein Gericht die DGE-Empfehlungen für Energie, Fett, Zucker und Salz einhält — ohne selbst rechnen zu müssen.

Speiseplan-Analyse

Erfüllt der Wochenspeiseplan die DGE-Vorgaben? Eine gute Software prüft automatisch, ob die Häufigkeiten stimmen: Gibt es zu viel Fleisch? Fehlt der Fisch? Ist genug Gemüse eingeplant? Abweichungen werden markiert, bevor der Plan in den Druck geht.

Dokumentation für Audits

Die DGE-Zertifizierung verlangt eine lückenlose Dokumentation. Software speichert automatisch alle Speisepläne, Rezepturen, Einkaufslisten und Nährwertberechnungen. Wenn das Audit kommt, sind alle Unterlagen auf Knopfdruck verfügbar.

Rezeptdatenbank mit DGE-konformen Rezepten

Viele Softwarelösungen bieten eine integrierte Rezeptdatenbank mit vorkalkulierten, DGE-konformen Rezepten. Caterer können diese als Basis nutzen und nach Bedarf anpassen — das spart Zeit und gibt Sicherheit.

Praktische Tipps für Caterer

Die Umsetzung der DGE-Standards muss kein Kraftakt sein. Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich der Übergang schrittweise gestalten.

Mit dem Speiseplan beginnen, nicht mit der Zertifizierung

Der erste Schritt ist nicht das Zertifizierungsformular, sondern der eigene Speiseplan. Prüfen Sie Ihre aktuellen Menüs anhand der DGE-Kriterien. Wo gibt es Abweichungen? Was lässt sich schnell anpassen? Oft reichen kleine Änderungen — weniger Fleisch, mehr Gemüse, Vollkorn statt Weißmehl — um die wichtigsten Standards zu erfüllen.

Lieferanten einbinden

Regionale und saisonale Lebensmittel werden von der DGE ausdrücklich empfohlen. Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten über regionale Alternativen. Viele Großhändler bieten mittlerweile eigene "Regional"-Programme an. Saisonkalender helfen bei der Planung.

Eltern informieren und Transparenz schaffen

Veränderungen im Speiseplan stoßen nicht immer auf sofortige Begeisterung — besonders wenn Kinder zu Hause erzählen, dass es "schon wieder Gemüse" gab. Kommunizieren Sie aktiv, warum Sie die Umstellung vornehmen. Elternbriefe, Aushänge oder digitale Speisepläne mit Nährwertangaben schaffen Vertrauen und Akzeptanz.

Software nutzen statt Excel

Speisepläne in Excel zu verwalten, Nährwerte manuell zu berechnen und Dokumentationen in Ordnern zu sammeln — das funktioniert, ist aber fehleranfällig und zeitaufwendig. Professionelle Catering-Software automatisiert diese Prozesse und reduziert den Aufwand für die DGE-Konformität erheblich. Die Investition zahlt sich schnell aus, sowohl in Zeitersparnis als auch in der Qualität der Dokumentation.

Häufig gestellte Fragen

Ist die DGE-Zertifizierung Pflicht?

Eine gesetzliche Pflicht zur DGE-Zertifizierung gibt es aktuell nicht. Allerdings fordern immer mehr Kommunen und Schulträger in ihren Ausschreibungen die Einhaltung der DGE-Qualitätsstandards oder sogar eine formale Zertifizierung. Ohne Zertifizierung gehen Caterer zunehmend bei Ausschreibungen leer aus.

Was kostet die DGE-Zertifizierung?

Die Kosten für eine DGE-Zertifizierung liegen je nach Betriebsgröße und Stufe zwischen 500 und 2.500 Euro. Hinzu kommen eventuelle Beratungskosten für die Vorbereitung und Anpassung der internen Prozesse. Die Zertifizierung ist in der Regel drei Jahre gültig.

Wie oft wird bei der DGE-Zertifizierung geprüft?

Die DGE-Zertifizierung wird alle drei Jahre durch eine Rezertifizierung erneuert. Zwischenaudits sind möglich, aber nicht in jedem Fall vorgeschrieben. Caterer sollten ihre Prozesse jedoch kontinuierlich dokumentieren, um jederzeit auditbereit zu sein.

Muss jede Schule einzeln zertifiziert werden?

Nein. Die DGE-Zertifizierung kann auf Ebene des Caterers erfolgen und dann für mehrere Standorte gelten. Voraussetzung ist, dass die zertifizierten Standards an allen belieferten Schulen eingehalten werden. Es gibt auch standortbezogene Zertifizierungen, wenn einzelne Schulen dies fordern.

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